Begehbares Darm-Modell beeindruckte in Strausberg

von Administrator

Strausberg (MOZ) - 63 000 Menschen in Deutschland erkranken alljährlich neu an Darmkrebs. Doch das müsste nicht sein, ist Dr. Georg Bauer, Leitender Oberarzt der Chirurgie im Krankenhaus Strausberg, überzeugt. "Wichtig ist die Vorsorge. Denn wenn man die Polypen, die zu Krebs führen können, rechtzeitig entdeckt und entfernt, hat der Patient im Grunde fast hundert Prozent die Sicherheit, dass er nicht an Darmkrebs erkranken wird", betont der Mediziner.

Was viele nicht wissen ist, dass die Krankenkassen die Kosten für die Koloskopien ab dem Lebensalter von 55 Jahren übernehmen. Alle zehn Jahre wird eine solche Vorsorgekoloskopie empfohlen. Um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen, hatten Mediziner und Krankenschwestern, die zum Darmzentrum Märkisch-Oderland gehören - niedergelassene Ärzte und das Krankenhaus Strausberg -, am Sonnabend im Handelscentrum einen Informationsstand aufgebaut. Informationsbroschüren gab es da, aber auch ein kleines Quiz. Schwester Angela erklärte die Funktionsweise eines Endoskops, das in den Dickdarm eingeführt werden, über Kamera und einen Arbeitskanal verfügt, in den Werkzeuge wie Biopsiezange, Schlingen oder Greifer eingeführt werden können, so dass Polypen direkt bei der Koloskopie entfernt weren können.

Wie so ein Polyp aussieht, welche Farben Fisteln haben und wie sich im Darm ein Krebsgeschwür entwickelt, konnten alle die sehen, die das extra aufgebaute Darmmodell durchschritten. "Das war schon sehr beeindruckend und ich bin mir ganz sicher, dass ich jetzt zur Koloskopie gehe", sagte etwa die 59-Jährige Rosemarie P. aus Strausberg. "Ich habe vor knapp fünf Jahren die erste Koloskopie machen lassen. Das war völlig problemlos. Man bekommt eine sanfte Narkose und man glaubt gar nicht, wie schnell das Ganze erledigt ist", sagte Klaus-Peter Kausch (71). "Ich finde, dass man jede Vorsorgeuntersuchung mitnehmen sollte, die angeboten wird", sagte Helga Reiche (74).

3762 Koloskopien wurden im Darmzentrum im vergangenen Jahr durchgeführt, davon 1075 in reiner Vorsorge. "Wir würden uns wünschen, dass noch mehr Menschen die Chance erkennen, die dahintersteckt. Denn Darmkrebs, das muss nicht sein", betonte Oberärztin Christine Pietsch.

Quelle: http://www.moz.de/lokales/artikel-ansicht/dg/0/1/1014679/
von: Margit Höfer (20.03.2012)

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